S. Barnett Quartet / V. Peirani Trio - Doppelkonzert JAZZFEST BONN 2022

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Freitag 20 Mai 2022 19:00
LVR Landesmuseum Bonn
Colmantstrasse 14-16
53115 Bonn

Das sagt der Veranstalter:

Shannon Barnett Quartet

Die australische Jazzmusikerin Shannon Barnett gilt wegen ihres ausdrucksstarken und variantenreichen Spiels als „posaunistische Urgewalt“. Den Traditionslinien des Modern Jazz durchaus verbunden hat sich Barnett jedoch vor allem als enorm wandlungsfähige und innovative Künstlerin einen Namen gemacht. Aus Melbourne ist sie 2014 über den Umweg New York nach Köln gekommen. 2019 übernahm sie eine Professur für Jazzposaune an der dortigen Musikhochschule. Ihr Quartett hat sie bereits kurz nach ihrer Ankunft in Köln gegründet. Es existiert bis heute in unveränderter Besetzung. Sie selbst bezeichnet ihre Musik als „feurig bis düster, fokussiert auf rhythmische Elemente und schrullig humorvoll“. Auf der Bühne reist die Band hitzig diskutierend durch die Kompositionen, die alle aus der Feder Barnetts stammen, und verbindet dabei Einflüsse aus vielen verschiedenen Genres. Nach dem hochgelobten Debütalbum Hype (2017) wird das zweite Album Bad Lover des Quartetts im Januar 2022 erscheinen.

Shannon Barnett – Posaune
Stefan Karl Schmid – Tenorsaxophon
David Helm – Bass
Fabian Arends – Schlagzeug

Vincent Peirani Trio ‘Jokers’

Musikalisches Charisma, eine höchst einzigartige Vorstellungswelt sowie ein unglaublicher Sinn für Stilkreuzungen und Klangfarben – all das zeichnet den französischen Jazzmusiker und Komponisten Vincent Peirani aus. Nach zahlreichen Kollaborationen im Duo, u.a. mit Émile Parisien und Michael Wollny oder seinem Quintett Living Being wollte Peirani sich auf eine andere Form der Orchestrierung einlassen. Mit dem Gitarristen Federico Casagrande, einem Italiener, der seit vielen Jahren in Paris lebt, und Ziv Ravitz, einem israelischen Schlagzeuger mit Wohnsitz in New York, bildet er nun ein hybrides Trio aus Gitarre, Schlagzeug und Akkordeon. Wie der Joker im Kartenspiel – die Figur, die jede andere Karte ersetzen kann – kann dabei jeder den Platz des anderen einnehmen, um abwechselnd als Solist, Rhythmiker, Kolorist usw. aufzutreten. Diese kosmopolitische Formel erlaubt alle Arten von Musik. Ob rätselhaft, traumhaft, elektronisch, explosiv, farbenfroh oder still. Alles ist möglich und dem freien Willen der drei Protagonisten überlassen. Was sich bisweilen wild anhört, ist ein höchst sensibles und aufeinander abgestimmtes Gesamtwerk. In ruhigen Momenten herrscht eine geradezu sakrale Erhabenheit, die indes von Spannungselementen stets erdig gehalten wird. Die ungewöhnlichen Sounds des Akkordeons und Casagrandes mitunter klirrende Akustikgitarre oder sanfte bisweilen an Pat Metheny erinnernde E-Gitarre harmonieren auf reizvolle Weise. Peirani hat sich mit Casagrande einen Gitarristen geholt, der komplexe Strukturen mit hohem technischem Anspruch entwickeln und sie dennoch luftig klingen lassen kann. Dazu spielt Ziv Ravitz ein sensibles wie ausgefallenes Schlagwerk. Auf das Album des Trios, das für April 2022 angekündigt ist, darf man gespannt sein.

Vincent Peirani – Akkordeon 
Federico Casagrande – Gitarre
Ziv Ravitz – Schlagzeug