Freitagskonzert 5 Beethoven Orchester Bonn

Beethoven Orchester Dummy 2017
  • Freitag 30 Mär 2018 19:00
Opernhaus Bonn
Am Boeselagerhof 1
53111 Bonn

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Veranstaltungsinfos

Antonín Dvorák   1841—1904
Stabat mater
für Soli, Chor und Orchester op.?58
 
 
Sumi Hwang  Sopran
Dshamilja Kaiser  Mezzosopran
Christian Georg  Tenor
Philharmonischer Chor der Stadt Bonn
Paul Krämer  Einstudierung
Beethoven Orchester Bonn
Dirk Kaftan  Dirigent
 
 
18:15
Konzerteinführung
Dirk Kaftan
 

Wenn man den Beginn des Gedichts Stabat mater liest, scheint es, als wären zwischen dem Jahr 1300 und heute nicht sieben Jahrhunderte vergangen: Der Schmerz einer Mutter um ihr totes Kind, so einfach und schlicht beschrieben, ist zeitlos. Schwer zu verstehen, wie man hier weiter denken kann. Schwer zu verstehen, wie man hieraus Musik machen kann. Schwer zu beurteilen, wer hieraus Musik machen darf.
 
Der tschechische Komponist Antonín Dvorák verlor drei Kinder im Laufe der Arbeit an seinem Stabat mater . Dass er die Kraft hatte, dennoch – oder vielleicht genau deswegen – die Komposition voranzutreiben und zu beenden, grenzt an ein Wunder. Seine Vertonung des Stabat mater ist die vielleicht hellste, leuchtendste, die es von diesem mittelalterlichen liturgischen Text gibt. Dvorák scheint nicht den Verlust ins Zentrum zu rücken, sondern die wertvolle gemeinsame Zeit, die auch der Tod nicht rauben kann. Es gelingt ihm, die Trauer beinahe in Dankbarkeit zu überführen, am Ende leuchtet das große Licht des Gottvertrauens. Er erinnert dabei an die Figur des Hiob aus dem Alten Testament, der an Gott festhielt, auch wenn dieser ihm immer und immer wieder alles nahm, bis er am Ende das Paradies sehen durfte – wie es bei Joseph Roth heißt: »Während sie sich langsam schlossen, nahmen seine Augen die ganze blaue Heiterkeit des Himmels in den Schlaf hinüber und die Gesichter der neuen Kinder.«
 
Vier hochkarätige Solisten, der Philharmonische Chor der Stadt Bonn und das Beethoven Orchester Bonn erweisen am Karfreitag dem großen Komponisten und gläubigen Christen ihre Reverenz und setzen ein Zeichen des Friedens und der Hoffnung.